© 2017 Elisabeth Flunger

Schwerkraft für die Ohren
Jedes Ding hat seine Geschichte. Fundstücke, Gegenstände vom Schrottplatz, Teile von Werkzeugen und Geräten, Musikinstrumente, Souvenirs und Geschenke von Freunden – Hunderte von Objekten aus Metall wurden im Lauf der Jahre zu einem Fundus von Klängen und Formen, die Elisabeth Flunger in immer neuen Kombinationen als Raumobjekte, Requisiten, Klangkörper verwendet.






Ein Haufen Metall als Musikinstrument
Für dieses Instrumentarium hat Elisabeth Flunger spezielle Techniken entwickelt; weniger perkussive Spieltechniken als Manipulationen mit den Objekten selbst: auftürmen umwerfen ordnen rollen werfen ziehen schieben schlagen schaukeln reiben kratzen rütteln hinlegen anlehnen ...




Musik ist ein Spiel

Schütte den Schrott auf den Boden (rums).
Zieh die Trommelstöcke über die Dinge (große kreise).
Leg eine Straße.
Schreib einen Brief.
Pendle und kreise mit dem Stock zwischen den Objekten (kleine kreise).
Bau einen Turm.
Lass in wackeln, in alle Richtungen (mikado 03-06).
Schieb ihn auf die andere Seite des Raums.
Schlag auf den Haufen, bis alles nebeneinander liegt (mikado 01).
Warte, bis die Dinge aufhören zu schaukeln, dann stoß sie wieder an (shuffle).

Alles unter Kontrolle?
Der Zufall, die Schwerkraft und die Trägheit spielen mit und provozieren Unfälle und Pannen: Die Objekte klappern, wackeln, stürzen ein, verrutschen und beeinflussen den musikalischen Ablauf durch ungeplante Ereignisse und Geräusche.
Improvisieren heißt, diese Zwischenfälle vorauszuahnen und zu provozieren und, falls sie unverhofft passieren, mit ihnen zu spielen.